Berlin, 22. August 2025
Das Pariser Gericht ordnet die Vernichtung gefälschter Drucke von Bildern des legendären Fotografen Helmut Newton an
Nach einem kürzlich in Los Angeles ergangenen Gerichtsurteil gegen den Serienfälscher Norman Solomon (Aktenzeichen: 2:22-cv-09320-RGK-SK) hat die Helmut Newton Foundation (HNF) einen weiteren Prozess gewonnen, diesmal in Paris.
Zehn Abzüge von Bildern des verstorbenen Helmut Newton waren Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, das von der Helmut Newton Foundation, Berlin, gegen das Pariser Auktionshaus Millon und dessen Einlieferer angestrengt und gewonnen wurde (Tribunal Judicaire de Paris 1, 3ème chambre 1ère section N° RG 21/15796 N° Portalis 352J-W-B7F-CVTEI). Das Urteil des Gerichts wurde nach Ablauf der Berufungsfrist der Beklagten im Juli rechtskräftig.
Die Geschichte dieser gefälschten Drucke (z. B. Woman undressing in a Hotel in Venice, Walking Women; Domestic Nude I: In my Kitchen, After Dinner Hotel Suite 1; Hugh Hefner and Carrie Leigh) wurde erstmals öffentlich bekannt, als sie im November 2022 von Gerichtsvollziehern, die durch einen von der HNF erwirkten Gerichtsbeschluss bevollmächtigt waren, aus der Ausstellungsgalerie des Auktionshauses Millon beschlagnahmt wurden. Als Millon den geplanten Verkauf angekündigt hatte, handelte die HNF schnell, um die einstweilige Verfügung für ihre Beschlagnahmung zu erwirken. Die HNF war seit einiger Zeit über diese Drucke informiert, da ihr Einlieferer sie zuvor mehreren Auktionshäusern und Fachleuten zum Verkauf angeboten hatte, die sich zur Überprüfung ihrer Echtheit an die HNF gewandt hatten.
Jedes Mal hatte die HNF deren Echtheit bestritten, woraufhin die jeweiligen Auktionshäuser vom Verkauf Abstand nahmen, aber die HNF war nicht in der Lage, den Einlieferer zu identifizieren und somit zu verfolgen.
Das Gericht wies dem Einlieferer die größere Haftung zu, da er Millon vorsätzlich verschwiegen hatte, dass die Werke zuvor abgelehnt worden waren.
Das Gericht erkannte die Rechte der HNF an den Bildern an. Die Kosten und der Schadenersatz wurden der HNF vom Gericht zugesprochen, und es wurde angeordnet, dass die zehn Drucke und alle noch vorhandenen Kataloge der geplanten Auktion auf Kosten des Einlieferers von den Gerichtsvollziehern vernichtet werden müssen.
Die Helmut Newton Foundation ist für das Vermächtnis von Helmut Newton verantwortlich und bemüht sich, das Bewusstsein für die unrechtmäßige Vervielfältigung und Verbreitung seiner Bilder zu schärfen und ihn vor dem daraus resultierenden Risiko einer Rufschädigung zu schützen. Dazu gehört auch, dass sie gegen die Aktivitäten von Fälschern vorgeht, wo immer diese tätig sind.
Berlin, 30. April 2025
Die Helmut Newton Foundation erwirkt ein Gerichtsurteil in den USA, das die Verbreitung nicht genehmigter Abzüge von Bildern von Helmut Newton verbietet
In einem Verfahren wegen der Verletzung von Urheberrechten vor dem United States District Court, Central District of California, hat die Helmut Newton Foundation (HNF) einen Zivilrechtsprozess gegen Norman Solomon und andere Beklagte gewonnen.
Herrn Solomon wurde vorgeworfen, seit langem unrechtmäßig Abzüge zahlreicher berühmter Bilder von Helmut Newton hergestellt und international vertrieben zu haben, darunter so berühmte Motive wie Rue Aubriot, Elsa Peretti, Woman into Man oder das berühmte Diptychon Sie kommen.
Bereits 2011 hatte June Newton, die Witwe des Fotografen, ein erstes Verfahren gegen Solomon angestrengt. Dieses wurde 2012 zu ihren Gunsten beigelegt, wobei Solomon verpflichtet wurde, die unrechtmäßigen Aktivitäten zu unterlassen. Dieser ignorierte jedoch die Vergleichsbedingungen und nahm kurze Zeit später solche Tätigkeiten wieder auf, was schließlich zur zweiten Klage und dem jüngsten Urteil und Gerichtsbeschluss führte.
Im Laufe der Jahre hat Solomon seine betrügerischen Aktivitäten immer weiter verstärkt, indem er nicht-autorisierte „Echtheitszertifikate“ ausstellte und darüber hinaus behauptete, die von ihm verkauften Abzüge seien in Wirklichkeit „Vintage“, d. h. zu Lebzeiten Helmut Newtons und mit Newtons Zustimmung hergestellt worden. Solomon fälschte somit angebliche Provenienzen, indem er ohne jede rechtliche Grundlage behauptete, er sei offiziell befugt, Helmut Newtons Werke zu veröffentlichen und zu vertreiben.
Laut Gerichtsbeschluss müssen es nun die Beklagten, einschließlich Solomon, unterlassen, die Fotografien, die Gegenstand des Rechtsstreits waren, oder andere Werke von Helmut Newton zu reproduzieren, zu verbreiten oder auszustellen. Das Gericht wies sie an, alle in ihrem Besitz befindlichen rechtsverletzenden Helmut Newton-Abzüge zur Vernichtung auszuliefern. Darüber hinaus wurden die Beklagten zur Zahlung eines erheblichen Schadensersatzes an die Helmut Newton Foundation sowie zur Zahlung der Anwaltskosten verurteilt.
Dieses Urteil ist ein wichtiger Schritt im laufenden Kampf der Helmut Newton Foundation gegen die Verbreitung illegaler Kopien von Newtons Fotografien. Infolgedessen vertritt die Helmut Newton Foundation den Standpunkt, dass alle auf dem Markt befindlichen Helmut Newton-Bilder, die sich auf Norman Solomon als Quelle beziehen, als Fälschungen anzusehen sind und folglich der Berliner Stiftung zur umgehenden Sicherstellung übergeben werden müssen. Dies gilt auch für Händler, die in diesem Rechtsstreit nicht als Parteien benannt wurden, die aber weiterhin Helmut Newton-Bilder verkaufen, die auf Anweisung von Herrn Solomon und/oder mit von ihm ausgestellten „Echtheitszertifikaten“ hergestellt wurden. Im Besonderen ist hier die Firma „Global Images“ zu nennen, die inzwischen ebenfalls wegen Urheberrechtsverletzung vor einem Gericht in Los Angeles verklagt wurde (Fall Nr.: 2:2025cv01984).