1999 veröffentlichte der Taschen-Verlag sein erstes monumentales Kunstbuch: Helmut Newton’s SUMO. Es kam in einer Auflage von 10.000 signierten Exemplaren auf den Markt, ausgeliefert mit einem von Philippe Starck entworfenen Metallständer.

Nun, zwanzig Jahre später, wird SUMO in der Helmut Newton Stiftung präsentiert: Die 464 Buchseiten hängen gerahmt nebeneinander an der Wand, in zwei oder drei Reihen übereinander. Wir können – anders als beim sukzessive Blättern durch das Buch – in der Ausstellung sprichwörtlich alles auf einmal sehen, mehr als 400 ikonische Fotografien: Newtons Akt- und Modebilder sowie Porträts, meist entstanden im Auftrag der unterschiedlichsten Zeitschriften. Eingeleitet wird die Publikation von einem autobiografischen Text. Darin nimmt uns Newton auf eine Zeitreise mit, zurück in seine Ausbildungszeit bei Yva in Berlin, später nach Singapur, Australien und Paris, wo Anfang der 1960er-Jahre seine unvergleichliche Karriere als Modefotograf begann. Ab 1980 kamen Aktaufnahmen und Portraits auch in Hollywood hinzu. Und dort traf Newton die drei jungen Fotostudenten Mark Arbeit, George Holz und Just Loomis, die ihm in den folgenden Jahren bei zahlreichen Aufträgen assistierten.

Die Zusammenarbeit und Freundschaft der Fotografen mündet nun in der Präsentation der Three Boys from Pasadena, insgesamt etwa 50 Aufnahmen pro Künstler und Ausstellungsraum. Mark Arbeit zeigt lebensgroße Fotogramme von weiblichen Aktmodellen sowie kleinformatige Fotogramme von Spielzeugpuppen, die eine Hommage an Helmut Newton und dessen Sammelleidenschaft solcher Figuren darstellt. Seine Torso-Werkserie rekurriert auf die klassische Antike ebenso wie auf fotografische Experimente der Surrealisten. George Holz zeigt zahlreiche seiner bekannten Hollywood-Porträts sowie neuere Aktbilder. Das Miteinander von bekleideten und unbekleideten, von nachdenklichen und verführerischen Modellen findet sich bekanntlich ebenso im Werk von Newton. Just Loomis schließlich hat einige seiner Backstage-Arbeiten ausgewählt, die seine frühere „As We Are“-Serie ergänzen; seine Fotografien sind stets geprägt von einem zurückhaltenden, empathischen Blick auf die Mitmenschen, seien es Kinder oder Kellnerinnen, Obdachlose oder Laufstegmodelle. Mit Backstage zeigt uns Loomis die andere Seite des strahlenden Modebusiness, vielmehr die Konzentration und Hektik vor dem eigentlichen Auftritt auf dem Laufsteg.

Erstmals wird auch die exquisite private Fotosammlung von Helmut und June Newton gezeigt, die sich bis vor einigen Monaten noch in deren Wohnung in Monte Carlo befand. In „June’s Room“ hängen nun – parallel zu SUMO und Three Boys from Pasadena – Porträts von August Sander, Brassaï und Irving Penn, Aktbilder von Man Ray, Robert Mapplethorpe und Diane Arbus, Modeaufnahmen von Horst P. Horst und Richard Avedon sowie Landschaften von Franco Fontana und Peter Beard – eine Auswahl wertvoller Vintage Prints in der originalen Rahmung von einigen der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.