In der Fotografie – auch in der Modefotografie, die den Zeitgeist beschreibt und immer wieder neu definiert – gilt es, spannende und überraschende Geschichten mit Bildern zu erzählen. Bourdin und Newton beherrschten das geradezu perfekt.

Guy Bourdin und Helmut Newton revolutionierten in den 1960er- und 1970er-Jahren die Modefotografie. Beide arbeiteten für die gleichen Magazine und direkt für Klienten aus der Modewelt; dabei entwickelten sie – neben der offensichtlich zeitlosen Eleganz in ihrem Werk – unabhängig voneinander die Idee des „Radical Chic“. In der Berliner Ausstellung werden die beiden einflussreichen Modefotografen erstmals gemeinsam mit ausgewählten Auftragsarbeiten in diesem Umfang gezeigt.

Von Guy Bourdin werden unter dem Titel Image Maker exemplarisch Aufnahmen aus unterschiedlichen Veröffentlichungszusammenhängen vorgestellt; insbesondere seine Bildikonen und die fantasievollen Werbebilder für Schuhe von Charles Jourdan, nebst weniger bekannten Werken, Vintage prints und Layouts der französischen Vogue. In Helmut Newtons A Gun for Hire sehen wir vor allem Auftragsarbeiten aus den 1990er-Jahren für Modedesigner wie Thierry Mugler, Valentino und Blumarine oder Firmen wie Absolut Vodka und Villeroy&Boch; zunächst in deren Modebüchern und Werbebroschüren veröffentlicht, wurden manche vom Fotografen später neu vergrößert und so ins eigene Werk übernommen.

Der kleine, intime „June’s Room“ der Helmut Newton Stiftung ist Freunden und Wegbegleitern vorbehalten, diesmal Helmut Newtons ehemaligem Assistenten Angelo Marino. Ergänzend zu Bourdin und Newton stellt er unter dem Titel Another Story einen sehr individuellen Blick auf seine unmittelbare Umwelt vor: schnappschussartige Porträts und Landschaften in surrealer Farbigkeit.